Wenn der Nikolaus Geschenke bringt

Habt ihr eure Schuhe oder Stiefel schon für den Nikolaus geputzt? Keine Sorge! Ihr habt bis zum Abend vom 5. Dezember noch Zeit. Denn an diesem Abend stellen viele Kinder Schuhe oder Stiefel vor die Tür, damit sie vom Heiligen Nikolaus mit leckeren Süßigkeiten, mit Nüssen und manchmal mit kleinen Geschenken gefüllt werden. Am liebsten nimmt man keine Schuhe, sondern lieber Stiefel, damit der Nikolaus so richtig schön viel Platz für seine Gaben hat.

Der alte Brauch geht auf den Bischof Nikolaus von Myra zurück, der zwischen 270 und 286 nach Christus geboren wurde und am 6. Dezember 326 verstarb. Daher liegt der Nikolaustag an diesem 6. Dezember. Also reicht dieser Brauch sehr lange zurück. Nikolaus war aber nicht nur ein berühmter Heiliger. Über ihn werden Wunder und viele gute Taten berichtet. Er war reich und gab den Armen sehr gerne Geschenke.

Als Nikolaus von einem armen Vater mit drei Töchtern hörte, für die der Vater kein Geld für eine Mitgift hatte, half er der Familie heimlich. Damals war eine Mitgift für Frauen wichtig, um eine Ehe abschließen zu können.

Nikolaus machte sich nachts auf den Weg und warf jeder der drei Töchter ganz heimlich einen Goldklumpen durch das Fenster. Das war wirklich sehr großzügig. Die Töchter freuten sich sehr. Jetzt konnten sie glücklich verheiratet werden.

Ob dieses ganz genau so passiert ist? Es ist verbürgt, dass der damalige Nikolaus wirklich sehr freigiebig war. Das machte ihn nicht nur zum beliebten Heiligen. Es führte auch zu dem Brauch mit den Geschenken für die Kinder zum Nikolaustag. Aber was hat das eigentlich mit Schuhen oder Stiefeln zu tun?

So wie der Nikolaus den Menschen die Geschenke zugeworfen hatte, so war es in alten Zeiten dann auch am Nikolaustag, wenn man den Kindern Geschenke zuwarf. Für die kleineren Kinder war das aber nicht so schön, weil sie nur wenige Gaben fangen konnten. Daher kam man im Mittelalter auf die Idee, einen Behälter für die Geschenke zu suchen. Und das waren damals nun einmal Schuhe oder Stiefel. Dabei ist es geblieben.

Wer sich eine Nikolausfigur ganz genau ansieht, sieht den Bischofsstab, das Kreuz und viel Gold, manchmal auch drei Sterne. Sie stehen für die drei Goldklumpen, die der Nikolaus den Töchtern in ihr Zimmer warf. Der 6. Dezember war lange Zeit der allerwichtigste Tag der Geschenke! Weihnachten mit seinen Geschenken kam erst später. Seitdem tritt ein Nikolaus manchmal auch am Heiligen Abend mit Geschenken auf. Dann hat er öfters seinen Gesellen Knecht Ruprecht als Begleiter.

 

 

2 Antworten

  1. Karla Griechen sagt:

    Das wusste ich gar nicht. Nun weiß ich bescheid. Aber was ist eine “Mitgift”? Sollten die zukünftigen Ehefrauen bei der Heirat vergiftet werden?

    • Hallo, Karla,
      die Mitgift hat zum Glück gar nichts mit Gift zu tun. Es ist ein altes Wort und bedeutet dasselbe wie “Aussteuer”. Wenn man in früheren Zeiten heiratete, sorgte der Vater der Braut für eine Grundausstattung des neuen Haushalts, damit das junge Paar damit versorgt war.

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